Steine

Mein Blick schweift, verliert  sich in Gedanken.
In der Vergangenheit, in der Zukunft, Nirgendwo.

Da stehen sie. Solange ich hier bin, seit ich meine heutige Heimat gefunden habe.
Wieder fangen sie meinen Blick. Fangen meine Gefühle, meine Gedanken.

So oft schon bin ich zu den Steinen gegangen - magisch angezogen.
Ich habe ihre Kraft gespürt, ihre Ewigkeit, ihre Wärme, ihre Kälte, ihre Lebendigkeit.

So oft schon habe ich sie mit meinen Händen berührt, mich an sie gelehnt und gespürt. So oft sie schon mit meiner Wange gespürt.

Sie als Teil des Universums wahrgenommen. Als wirkliche Wahrheit in unserer unwirklichen Zeit.

Woher sie wohl kommen? Welchen Weg sie wohl genommen haben?
Hat das Wasser der Donau sie so sanft geformt? In unendlich langer Zeit, Körnchen um Körnchen abgetragen, bis sie ihre heutige Form gefunden haben?

Ich freue mich über ihre Existenz.

Viele Weisheiten des Lebens zeigen sie mir auf meinen Weg.
Beharrlichkeit
Schönheit
einen Hauch von Ewigkeit
Magie
Stärke und doch auch Verwundbarkeit.

Sie werden wohl noch sein wenn ich nicht mehr bin.
Aber sie werden auch dann noch meine Gefühle und Gedanken fangen.

Riccarda    23.7.2003