Vergangenheit

Sie kommt. So sicher wie Sonnenschein. Aber sie hält sich auch nicht an Stunden, Tage, Wochen. Nicht an Prognosen, nicht an Perioden.
Sie ist noch ein klein wenig unzuverlässiger als das Wetter.

Nicht bestimmbar, nicht gerufen, plötzlich da.

Sie verklärt. Vielleicht, um mit ihr besser leben zu können. Vielleicht aber auch, um uns den Sinn des Lebens zu zeigen. Den Sinn, in jeder Sache das Beste zu sehen. 
Die Vergangenheit ist Meisterin des Verdrängens von Negativem.

Ich liebe sie dafür.

Was früher schlimm für mich war, ist heute akzeptabel. Was früher schön für mich war, ist aus heutiger Sicht paradiesisch. 

Die Vergangenheit verzeiht. Sie verzeiht uns unsere Fehler. 
Wir sollten uns ein Beispiel an ihr nehmen und auch verzeihen. 
Verletzungen heilen. Sie hinterlassen Narben - aber - ich bin stolz auf jede einzelne. Und bei jeder Verwundung bin ich gewachsen. Vielleicht nur ein ganz klein wenig, aber ich bin gewachsen.

Wir sollten nicht nachtragen, sondern verzeihen. Demjenigen verzeihen, uns selbst verzeihen. Viel mehr noch sollten wir dankbar sein, dass wir daran wachsen durften.
Verrückt? Mag sein. Aber wunderbar zu leben und ganz sicher nicht belastend.

Jedes Nichtverzeihen hängt wie ein Klotz am Bein und wird von Jahr zu Jahr schwerer.
Wozu? Nur durch Verzeihen wird man wirklich frei für die Zukunft.

Und schenkt sich selbst einen schönen Blick zurück in die

Vergangenheit

 


Riccarda    26.8.2003