Anek-Tödchen

 

Firmenmail Keine Ahnung warum ich das gemacht habe. Eine Interessent wollte einen Drucker. Ich hab ihm einen angeboten und mit R.Jung unterschrieben. 

Er hat zurückgeschrieben mit der Überschrift: 
Liebe(r) Frau/Herr Jung, 
ich hab wieder mit R.Jung unterschrieben 
bei seinem nächsten Mail stand dann 
Liebe Frau Jung (ich probiers mal), 
jetzt konnt ichs mir natürlich nicht mehr verkneifen und hab darunter geschrieben 
Sie wissen gar nicht, wie recht Sie haben :o) 

und mit Riccarda/Richard Jung unterschrieben 

seither hab ich nichts mehr von ihm gehört, aber echt, der Spaß wars mir wert :o) 
Ich hab mindestens eine viertel Stunde vor mich hingekichert.

PS: der Kunde hatte sich trotzdem wieder gemeldet und den Drucker gekauft.

Kundenkontakt Ich war bei einem Kunden, einem namhaften Sekthersteller, um ein Update auf seinen Computern durchzuführen. Ich hatte ihm schon am Telefon angekündigt, dass es Richard nicht mehr gibt, sondern nur noch Riccarda.

Als ich in der Firma ankam, hat die Sekretärin mich mit folgenden Worten angekündigt: „Das Fräulein Jung ist da“

Das fand ich dann doch sehr nett und ich habe mich bei ihr bedankt.
Ich wurde noch nie als Fräulein angesprochen. Man fühlt sich richtig jung dabei. Natürlich hat mich dann der Sekthersteller ein wenig befragt und mir auch erzählt, dass ein alter Freund von ihm schon seit Jahren beides lebt.

Als Resümee kann ich sagen: Problemlos wie immer.
Postbeamte Ich behaupte jetzt einmal, den größten Umsatz an Postbeamten von ganz Österreich zu haben.
Ich bin mit meiner Firma seit ca.1,5 Jahren an diesem Standort. Von den ersten 1,25 ist nicht sonderlich viel zu berichten. Eine Postbeamtin und eine Vertretung.

Das ist normal.

Seit ich als Frau lebe, hat sich die Anzahl der Beamten ganz beträchtlich erhöht. Ich hatte am Anfang jeden Tag einen neuen Postbeamten. Ich wusste gar nicht, dass es so viele in dieser Gegend gibt. Selbst wenn sie sie aus dem gesamten Tullnerfeld zusammengezogen haben ist es unglaublich.

Früher lag die Post auch immer vor der Tür und nur für Einschreibebriefe kam der Beamte in die Firma. Ich nehme an, dass mich das auch ziemlich viel Post gekostet hat. Vom Winde verweht...

Das passiert jetzt nicht mehr. Jeder Postbeamte kommt immer in die Firmenräumlichkeiten und überreicht mir die Post höchstpersönlich.

Möglicherweise werden aber alle Postbeamten in Ausbildung zu mir geschickt. Erstens, weil meine Firma schwer zu finden ist und zweitens, weil sie zur Belohnung mich sehen dürfen...  :o)

Polizeikontrolle 1 Es war ein netter Abend bei TransX - oder wars in der Pizzeria? Ich weiß es nicht mehr so genau, aber jedenfalls durfte ich ca. 200 Meter fahren und schon hatte ich die Ehre, in ein Planquadrat zu kommen.
Vollgas geben hätte bei meinem alten Suzuki Jeep keine nennenswerten Auswirkungen gehabt, also habe ich mich doch für Stehen bleiben entschieden. Zudem hatte ich auch nichts getrunken.
"Guten Abend, Führerschein, Zulassungsschein bitte". Höflich war er und vorerst auch gelassen. Nach einigen kurzen Minuten kramen in der Handtasche - wieso passt da eigentlich so viel hinein, wenn sie doch so klein ist - reichte ich ihm das Gewünschte aus dem Fenster.
Die Taschenlampe leuchtet auf und kurz darauf "ich hätte gerne ihren Führerschein, nicht den ihres Gatten". Nach einem leisen "das bin ich" und schamhaft rötlich angelaufenen Bäckchen - die man in der Dunkelheit zum Glück nicht gesehen hat (hätte auch nicht zu meinem Makeup gepasst) - enteilte der Polizist um Verstärkung zu holen.
Mit dieser besser gewappnet aber doch scheints vorsichtig, umrundeten die beiden mein Auto - sichtlich um noch etwas Zeit zu gewinnen. Nachdem sie wirklich alles kontrolliert hatten und nichts gefunden kamen Sie wieder zu meinem Fenster.
Selbstverständlich bin ich nicht ausgestiegen.
Zu diesem Zeitpunkt hat sie dann eindeutig die Neugierde geplagt, denn sie wollten das Pannendreieck sehen. Als ich ausgestiegen und die Hecktüre geöffnet hatte und auf ein längliches Objekt zusteuerte, dass in etwa die Hülle eines Pannendreieckes sein konnte, hat sie das gar nicht mehr interessiert.

Sie wollten einfach nur sehen, ob ich eine gute Figur mache.

Auf die Alkoholkontrolle haben sie übrigens vergessen...  :o)

Polizeikontrolle 2 Es war nicht sehr lange nach der Ersten Polizeikontrolle als ich erneut die Ehre hatte.
Aus zwei Gründen war mir diese etwas unangenehmer. Erstens passierte diese in meiner Heimatstadt - oder Dorf? - und außerdem kam ich gerade von einer speziellen Party. Das heißt, mein Rock war eindeutig kürzer als meine Schuhe hoch.

Der Ablauf war ziemlich identisch mit dem kleinen Unterschied, dass der Polizeibeamte diesmal keine Verstärkung benötigte, ihn weder meine Papiere noch der Zustand meines Autos interessierte, sondern sofort mein Pannendreieck sehen wollte.

Ein leichtes Lächeln konnte ich mir damals nicht verkneifen.

Muss ich erwähnen, dass keine Alkoholkontrolle stattfand?

Parkgarage Ich mag Parkgaragen nicht, aber ich denke, ich bin da nicht die Einzige.
Noch viel weniger mag ich Parkgaragen nur mit Automaten.

Einmal jedoch hatte ich eine wirklich nette Episode in einer ebensolchen.

In der Parkgarage gibt es keinen Kassierer sondern nur einen Automaten, der mich von Anfang an schon etwas in Panik versetzt hat – Berechtigtermassen.

Er hat nur 100.- Scheine akzeptiert und ich hatte nur Zwanziger und einen Fünfhunderter. Hinter mir begannen sich die Leute zu stauen. Die nächste hinter mir war eine sehr nette Dame, die versuchte mir zu helfen. Sie gab mir einen 100.- Schein um meine Parkkarte einzulösen, aber sie hatte dann nicht mehr genug um mir auf die 500 herauszugeben.
Daraufhin haben wir eine Umfrage unter den Umstehenden gestartet, wer wohl in der Lage wäre den Schein zu wechseln. Es waren alles Männer... Es war ganz lustig sie zu beobachten, wie sie mit der Situation und vor allem mit mir nichts anzufangen wussten. Einer hat dann mit hölzernen Bewegungen ein paar Hunderter hervorgekramt und sie uns kommentarlos in die Hand gegeben. Ich wüsste gerne ihre Gedankengänge – sofern sie dazu überhaupt in der Lage waren.

Im Nobellokal Sabine hatte ein Geschäftsessen im Bürgerhof, einem Nobelrestaurant. Man kann in so einem Lokal nicht einfach zu einem Tisch gehen, sondern wird gleich bei der Tür abgefangen und geleitet.

Mein übliches Bauchweh in solchen Situationen hatte sich auch prompt eingestellt, das des Lokalchefs war aber eindeutig größer.
Er hat sich aber vorzüglich gehalten und mich auch mit sehr charmanten Worten an meinen Tisch geleitet.

Letztendlich war der Abend in dieser Umgebung sehr nett und problemlos.